Über das Gefühl, dass im Haushalt nie „alles passt“?

Du werkelst im Haushalt und hast das Gefühl, dass nie "alles passt". Kaum glaubst du, du hast alles erledigt, türmt sich schon wieder der Kram auf der Anrichte und die Spüle steht voll.

Die Frage ist:
Ist es wirklich so "unaufgeräumt", "dreckig" oder "viel zu erledigen" oder ist das doch alles wieder nur in unserem Kopf so?

Wo kommt es her, dass viele Mütter fast dauerhaft den Drang haben den Haushalt und das Haus super top in Ordnung zu haben und sich damit fast in den "Mama-Burnout" befördern?

Warum schaffen es viele Mütter nicht guten Gewissens einfach auch was liegen zu lassen, wie sie es sich oft sogar wünschen?

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Häufige Ursachen

  1. Du hast Glaubenssätze von deinen Eltern unbewusst übernommen
    Vielleicht kennst du so Sätze wie: "Kind, räume mal wieder auf, wie sieht das hier aus!" oder
    "Wie sieht es denn hier aus, räume endlich dein Zimmer auf, was sollen denn deine Freunde denken?"

    Hast du diese Sätze immer und immer wieder gehört, glaubst du sie als Kind irgendwann unbewusst. Insbesondere, wenn du in diesen Situationen auch emotional stark beteiligt warst: z.B. wenn du erst Freunde einladen durftest, sobald das Zimmer aufgeräumt war.
    Schnell hat sich ein Glaubenssatz gefestigt wie: "Ich bekomme erst die Aufmerksamkeit die ich mir wünsche von anderen, wenn bei mir alles immer super ordentlich ist."
    Letztlich sehnen wir alle uns nach zwei Dingen: Liebe und Aufmerksamkeit.

    Oft lernen wir in der Kindheit, dass wir z.B. Anerkennung bekommen, wenn wir immer ordentlich aufräumen oder besonders geliebt und gelobt werden, wenn wir etwas besonders gut machen. Glauben, die uns oft bis in das Erwachsenenleben begleiten.

  2. Wie war dein Umfeld in diese Hinsicht?
    Bist du eher genauso wie dein enges Umfeld in der Kindheit oder das komplette Gegenteil?

    Kinder wollen kooperieren. Sie lieben ihre Eltern und wissen gleichzeitig unbewusst sehr genau, dass sie von ihnen abhängig sind. Also möchten sie den Eltern gefallen und natürlich von ihnen geliebt werden. Sie immer bereit zu kooperieren. Es kann demnach sein, dass du deinen Wunsch nach absoluter Ordnung daheim unbewusst von deiner Mutter oder anderen dir damals sehr wichtigen Personen übernommen hast. Denn machst du das, wirst du von ihnen geliebt und bekommst die Anerkennung die du dir als Kind immer gewünscht hast.

    Gleichzeitig kann es auch sein, dass du dir irgendwann als Teenager mal gesagt hast: "Nein, so wie meine Mama werde ich das nie machen! Das ganze Chaos daheim und die Besucher die angewiderte Gesichter machen und dann haben mir meine Freunde deswegen blöde Kommentare gegeben. Das tue ich meinen Kindern nicht an!" Und schon kannst du Chaos und Unordnung nicht leiden und hast ständig den inneren Drang noch mehr Ordnung zu schaffen, obwohl du es vielleicht gar nicht mehr willst. Dein Verstand sagt dir: "Lass es doch einfach liegen, so schlimm sieht es hier doch gar nicht aus!" und in dir gibt es etwas, dass dich nicht aufhören lässt.

  3. Ein fehlende Bedürfnis befriedigen wollen.
    Überlege welches Bedürfnis hinter deinem Gefühl steckt. Was fehlt dir? Was wünschst du dir?Sehnst du dich möglicherweise nach Anerkennung und Wertschätzung für das was du tust? Für dich selbst?

    Hast du das fehlende Bedürfnis gefunden, dann frage dich, ob es evtl. ein noch tiefer darunter liegendes gibt. Versuche an das ursprüngliche, tief liegende Bedürfnis zu gelangen, das ursächlich ist für das ständige Aufräumen und Ordnung halten und dem damit verbundenen Frust.

Was tun?

1.+2. Bewusstsein schaffen und Glaubenssätze umformulieren
Schaffe dir volles Bewusstsein dafür, woher dein Drang nach Ordnung und "den Haushalt perfekt halten" kommen könnte:
Welche Sätze haben deine Mutter, Vater, Oma, Opa, Kindergärtnerin, Nachbarin, Lehrerin etc. zu dir gesagt, die dich dahingehend beeinflusst haben?
Welche Glaubenssätze haben sich bei dir gefestigt, die jetzt zu diesem Verhalten führen?

Sei ehrlich mit dir und notiere es dir schriftlich - schwarz auf weiß. Und jetzt formuliere diese Glaubenssätze um in positive .z.B. aus
"Ich bekomme erst die Aufmerksamkeit die ich mir wünsche von anderen, wenn bei mir alles immer super ordentlich ist."
wird
"Ich erhalte alle Liebe und Aufmerksamkeit die ich benötige jederzeit für alles was ich tue."

Und jedes Mal, wenn dein negativer Glaubenssatz in dir hoch kommt änderst du ihn um in den positiven.

3. Suche nach eine Möglichkeit dieses Bedürfnis anderweitig zu befriedigen.
Sei kreativ dabei. Es muss nicht unbedingt durch den Haushalt erfüllt werden.
Wie oder von wem könntest du die Anerkennung / Liebe / Wertschätzung erhalten, die du benötigst?Oder solltest du dir gar selbst diese Anerkennung oder Wertschätzung schenken, nach der du dich evtl. sehnst?

Wie wäre es, wenn du dir selbst gegenüber Anerkennung dafür schenkst, dass du z.B. die Küche fertig aufgeräumt hast? Genieße den Anblick, feiere es und freue dich darüber.

Schenke dir selbst die Ankerkennung die du dafür verdienst und benötigst.


Kennst du schon den "Mama-Burnout" YouTube Channel?

Hier gibt es regelmässig neue Videos rund um das Thema 
"Mehr Gelassenheit, Leichtigkeit und Energie für Mamas".

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